Die Mikojan-Gurewitsch MiG-21 (NATO-Codename Fishbed) ist ein sowjetischer Kampfjet. Bereits 1959 in Dienst gestellt, wurde die MiG-21 von mehr als 50 Ländern eingesetzt und in vielen Varianten in Lizenz gefertigt. In der VR China werden bis heute MiG-21-Varianten unter der Bezeichnung J-7 produziert. Insgesamt gab es rund 15 verschiedene Varianten der MiG-21.

Der Prototyp unter der Bezeichnung MiG-21E wurde erstmals 1955 geflogen. Im Juni 1956 wurde das Flugzeug während einer sowjetischen Flugschau erstmals öffentlich vorgestellt. In der Sowjetunion liefen Mitter der 1970er Jahre die letzten MiG-21 vom Band. Weltweit wurden bislang schätzungsweise 11.000 dieser Flugzeuge produziert. Zurzeit (2004) sollen noch 3.000 in rund 40 Armeen weltweit im Einsatz sein.

Die MiG 21 besitzt Deltaflügel und ein zentral angeordnetes Triebwerk, das über die Nase die Luft ansaugt. Ursprünglich war die MiG-21 nicht mit einem Bordradar ausgestattet, der Pilot musste also rein visuell seinen Gegner finden und anzielen. Spätere Versionen bekamen dann einen Radar in den Kegel des Lufteinlasses nachgerüstet. Die Ursprungsversion besaß zwei 30-mm-Maschinenkanonen, die aber bei der Entwicklung zur Serienreife nacheinander entfielen.

Alle Varianten haben ein Reichweitenproblem. Die Ursprungsversionen hatten nur Sprit für rund 15 min Überschallflug. Spätere Versionen bekamen zusätzliche Tanks in der Rückenwurzel eingebaut. Allerdings konnte man diese nicht alle leerfliegen ohne die Trimmung der Maschine zu zerstören.

Da die Luft-Luft Raketen der ersten Generation nur sehr ungenau waren, war das Flugzeug ohne Rohrwaffen unterbewaffnet. Man kompensierte das, indem man einen Zusatzbehälter mit einer 23-mm-Maschinenkanone GScha 23 für den Anbau unter dem Rumpf (MiG-21-SPS-K) entwickelte. Eine der leistungsfähigsten MiG-21-Varianten ist die MiG-21MF (Fishbed-J). Sie wurde in der Sowjetunion von 1974 bis 1975 gebaut und verfügt einen besseren Antrieb, größere Tankkapazität, ein leistungsfähigeres Radar, begrenzte Allwetter-Einsatzfähigkeit und die Möglichkeit, eine größere Vielfalt von Raketen und Bomben zu transportieren, was ihren Wert im Kampf gegen Bodenziele steigert.

Es existieren sogar Varianten, die in der Lage sind, Waffen aus dem NATO-Arsenal zu feuern, wie Sidewinder und AMRAAM. Selbst im Arsenal der US-Luftwaffe existieren MiG-21 unter der Bezeichnung YF-110. Die MiG-21 ist vor allem für den Luftkampf gedacht, kann aber eingeschränkt auch Bodenziele angreifen.

1993 wurde das bislang jüngste Verbesserungsprogramm für die MiG-21 im Auftrag der indischen Luftwaffe aufgelegt. Es umfasst vor allem einen neuen Radar und neue Waffensysteme.

Entwicklung

Die Serienproduktion der MiG-19 hatte noch nicht voll begonnen, als im OKB Mikojan bereits an einem neuen Auftrag für ein Mach-2-Jagdflugzeug gearbeitet wurde. Hierfür war zunächst grundsätzlich die Auslegung als Pfeil- oder als Deltaflügler abzuklären, ebenso wie Detailfragen der Regulierung der Luftzuführung fürs Triebwerk, eines eventuellen zusätzlichen Raketenantriebs usw. was mit zahlreichen Windkanalmodellen und Versuchmustern geklärt wurde. Als erstes Versuchsmuster flog am 14.Februar 1954 der leichte Pfeilflügler E-2 mit RD-9-Triebwerk, am 14.Juni 1956 folgte die prinzipiell gleich aufgebaute E-4, die allerdings eine Deltaflügel besaß. Bei beiden Mustern zeigte sich, dass das Triebwerk zu schwach war, man hatte aber mit dem 1955 gebauten Pfeilflügler E-50 ein Muster geschaffen, das mit einem zusätzlichen Raketentriebwerk, ähnlich wie bei der S-12PMU, bereits die geforderte Geschwindigkeit erreichen konnte. Als ab 1956 das leichtere und leistungsfähigere Triebwerk Tumanski R-11 zur Verfügung stand, hatte man endlich einen passenden Antrieb, der in entsprechend ausgerüsteten E-2A, E-5A und E-50A erprobt wurde. Die E-2 und E-5 wurden beide 1956 anlässlich einer Luftparade der Öffentlichkeit vorgestellt, nach umfassender Erprobung entschied man sich für den Deltaflügler E-5, baute aber als Rückversicherung trotzdem noch eine Versuchsserie von 30 E-2A. Parallel erprobte man an einigen umgebauten MiG-19 die optimale Geometrie des Lufteinlaufkegels, welcher bei den ersten Versionen der MiG-21 noch in drei Stufen, später aber stufenlos ein- und ausgefahren werden konnte. 1958 erschien dann mit der E-6 das letzte Vorserienmuster der MiG-21. Sie besaß ein R-11-300-Triebwerk, Deltaflügel mit drei Grenzschichtzäunen und konnte als spezielle Rekordversion E-66 bzw. E-66A, die so bei der FAI gemeldet wurden, zwischen 1959 und 1961 zahlreiche Geschwindigkeits- und Höhenrekorde aufstellen. 1959 entstand die E-6T, die so unmittelbar als MiG-21F (auch als Samoljot 73 bezeichnet) in Serie ging.

In der Sowjetunion liefen Mitte der 1970er Jahre die letzten MiG-21 vom Band. Weltweit wurden bislang schätzungsweise 11.000 dieser Flugzeuge produziert. 2004 sollen noch ca. 3.000 Stück in rund 40 Armeen weltweit im Einsatz gestanden haben, diese werden z.T. weiteren Modernisierungsprogrammen unterzogen. Erst 2002 wurden 31 MiG-21 von Kasachstan über China nach Nordkorea geliefert. Sie ist somit das nach Ende des Zweiten Weltkriegs am meisten gebaute (bzw. nachgebaute) Kampfflugzeug der Welt.

 



Unsere Museumsmaschine

Wir hatten bereits seit langer Zeit den Wunsch, eine MiG 21 im Museum zu haben, so dass die ehemaligen Gegner des Kalten Krieges (Starfighter und MiG 21) jetzt friedlich vereint nebeneinander stehen und bestaunt werden können. Unsere MiG 21 ist ein Geschenk der ungarischen Luftwaffe an unser Museum. Dies freut uns besonders, da diese Maschine eines der vier Flugzeuge der ungarischen Kunstflugstaffel "Hungarian Sky Hussars" war. Sie flogen 1993 im englischen Fairford ein exzellentes Display. Sehen Sie hier dazu einen Filmausschnitt, in dem auch unsere Museumsmaschine zu sehen ist: Film (gefunden bei Patrick's Aviation).